Die Kunst, dein Leben selbst zu gestalten

„Gedanken, Wissen und Erfahrungen über Körper, Gefühle, innere Weisheit und die Möglichkeiten, das eigene Leben bewusst zu gestalten.“

Kopfschmerzen: Wenn die Tablette zum Teil des Problems wird

kopfschmerzen Oct 20, 2026

Kopfschmerzen durch Schmerzmittel? Warum dein Kopf immer wieder schmerzt und was du selbst tun kannst

Kennst du das? Dein Kopf pocht, der Nacken ist verspannt, der Tag ist noch lang und eigentlich hast du überhaupt keine Zeit für Kopfschmerzen.

Also greifst du zur Tablette.

Und natürlich ist das verständlich. Niemand möchte mit Schmerzen durch den Tag gehen. Schmerzmittel können eine wichtige Hilfe sein. Aber was passiert, wenn du sie immer häufiger brauchst? Wenn aus gelegentlichen Kopfschmerzen ein ständiger Begleiter wird?

Manchmal entsteht ein Kreislauf, den viele Menschen zunächst gar nicht erkennen: Die Medikamente, die den Kopfschmerz lindern sollen, können bei zu häufiger Einnahme selbst dazu beitragen, dass der Kopf immer wieder schmerzt.

Doch es lohnt sich auch, eine andere Frage zu stellen: Was könnte meinen Körper belasten, und welche Möglichkeiten habe ich, ihn zu unterstützen?

Wenn Schmerzmittel selbst Kopfschmerzen verursachen

Es gibt tatsächlich eine eigene Bezeichnung dafür: Medikamentenübergebrauchskopfschmerz.

Er kann entstehen, wenn Menschen mit einer bestehenden Kopfschmerzerkrankung über längere Zeit zu häufig Medikamente gegen ihre Schmerzen einnehmen.

Dabei ist nicht nur die Menge der Tabletten entscheidend, sondern vor allem, an wie vielen Tagen im Monat sie eingenommen werden.

Je nach Medikamentengruppe kann bereits eine regelmäßige Einnahme an 10 oder 15 Tagen im Monat problematisch werden. Für die Diagnose spielen außerdem die Kopfschmerzhäufigkeit und die Dauer des Medikamentengebrauchs eine Rolle.

Das Tückische daran: Wer häufiger Kopfschmerzen bekommt, nimmt möglicherweise auch häufiger Medikamente. Dadurch kann sich der Kreislauf weiter verstärken.

Warum wir so schnell zur Tablette greifen

Ich glaube, viele Menschen kennen das: Wir haben Verpflichtungen, müssen funktionieren, möchten unsere Arbeit erledigen oder uns um die Familie kümmern.

Da ist für Kopfschmerzen eigentlich kein Platz.

Eine Tablette verspricht schnelle Erleichterung. Und manchmal ist genau diese Hilfe auch sinnvoll.

Doch wenn wir ständig versuchen, den Schmerz möglichst schnell verschwinden zu lassen, bleibt vielleicht etwas anderes auf der Strecke: die bewusste Wahrnehmung unseres Körpers.

Wann beginnen meine Kopfschmerzen eigentlich? Was war vorher? Habe ich mich angespannt? Wenig geschlafen? Mich überfordert? Zu wenig getrunken?

Nicht jeder Kopfschmerz hat einen solchen Auslöser. Migräne beispielsweise ist eine neurologische Erkrankung und nicht einfach nur die Folge von Stress oder Verspannungen.

Trotzdem können bestimmte Lebensumstände die Häufigkeit und Intensität von Kopfschmerzen beeinflussen.

Und genau da lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Was passiert, wenn du regelmäßig Schmerzmittel einnimmst?

Schmerzmittel sind nicht grundsätzlich schlecht. Entscheidend sind unter anderem der Wirkstoff, die Dosierung, die Häufigkeit der Einnahme und deine persönliche gesundheitliche Situation.

Bei regelmäßigem oder hoch dosiertem Gebrauch können jedoch Risiken entstehen.

Magen und Darm: Wirkstoffe wie Ibuprofen, Diclofenac oder ASS können die Magenschleimhaut schädigen und das Risiko für Geschwüre oder Blutungen erhöhen.

Nieren: Bestimmte entzündungshemmende Schmerzmittel können die Nierendurchblutung beeinträchtigen. Besonders bei Flüssigkeitsmangel oder bestehenden Erkrankungen kann das problematisch werden.

Leber: Paracetamol kann insbesondere bei Überdosierung schwere Leberschäden verursachen.

Herz und Kreislauf: Einige Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR können das Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen erhöhen.

Bei manchen Medikamenten, insbesondere opioidhaltigen Präparaten, besteht außerdem ein Risiko für körperliche Abhängigkeit.

Es geht also nicht darum, Angst vor jeder Tablette zu entwickeln. Vielmehr darum, bewusst mit Medikamenten umzugehen und bei häufigen Kopfschmerzen auch langfristige Lösungen zu suchen.

Was dein Körper dir zeigen kann

In meiner Arbeit mit Menschen erlebe ich immer wieder, wie wenig Aufmerksamkeit wir unserem Körper im Alltag schenken.

Wir bemerken häufig erst dann, dass etwas zu viel geworden ist, wenn sich deutliche Beschwerden zeigen.

Dabei können wir lernen, schon vorher wahrzunehmen, was in uns geschieht.

Wie fühlen sich meine Schultern an? Presse ich vielleicht unbewusst die Zähne zusammen? Ist mein Atem flach? Wann entspanne ich mich wirklich?

Ich arbeite gerne mit Körperwahrnehmung, Bewegung, Berührung und kinesiologischen Übungen.

Mich interessiert dabei nicht nur der Kopfschmerz selbst, sondern auch, wie ein Mensch seinen Körper erlebt, welche Gewohnheiten ihn begleiten und welche Veränderungen ihm guttun.

Manchmal sind es ganz einfache Dinge, die einen Unterschied im täglichen Wohlbefinden machen.

5 Möglichkeiten, deinen Körper bei Kopfschmerzen zu unterstützen

1. Beobachte, wann deine Kopfschmerzen auftreten

Führe für einige Wochen ein kleines Kopfschmerztagebuch.

Wann beginnen die Schmerzen? Wie stark sind sie? Wie hast du geschlafen? Welche Medikamente hast du eingenommen?

Vielleicht entdeckst du Zusammenhänge, die dir bisher gar nicht bewusst waren.

2. Schenke deinem Nacken und deinen Schultern Aufmerksamkeit

Langes Sitzen, einseitige Belastungen oder dauerhafte Muskelanspannung können bei Spannungskopfschmerzen eine Rolle spielen.

Sanfte Bewegungen, wohltuende Wärme oder eine vorsichtige Massage können helfen, Verspannungen zu lösen.

3. Nutze deinen Atem

Wenn du angespannt bist, verändert sich häufig auch deine Atmung.

Setze dich für einen Moment bequem hin, spüre deine Füße auf dem Boden und beobachte deinen Atem.

Du musst nichts erzwingen. Vielleicht bemerkst du schon nach einigen ruhigen Atemzügen, dass deine Schultern etwas lockerer werden.

4. Bringe Bewegung in deinen Alltag

Regelmäßige Bewegung kann insbesondere bei manchen Formen wiederkehrender Kopfschmerzen unterstützend wirken.

Es muss nicht gleich ein intensives Training sein. Ein Spaziergang, leichte Bewegungen oder sanftes Dehnen können ein guter Anfang sein.

5. Lerne deine eigenen Körpersignale kennen

Was tut dir gut? Welche Berührung empfindest du als angenehm? Welche Bewegungen bringen Erleichterung?

Gerade diese individuelle Wahrnehmung finde ich so wertvoll.

Denn nicht jeder Mensch reagiert gleich.

Was für den einen wohltuend ist, passt für den anderen vielleicht überhaupt nicht.

Körperarbeit: eine andere Möglichkeit, mit Beschwerden umzugehen

In meiner kinesiologischen Arbeit nutze ich unterschiedliche Bewegungen, Berührungen und Übungen, um Menschen dabei zu begleiten, ihren Körper bewusster wahrzunehmen und eigene Möglichkeiten der Regulation zu entdecken.

Dazu gehören auch Elemente aus Brain Gym und anderen körperorientierten Methoden.

Solche Methoden sind nicht als wissenschaftlich gesicherte Behandlung von Kopfschmerzerkrankungen anzusehen. Sie können aber als ergänzende Übungen zur Entspannung und Körperwahrnehmung ausprobiert werden.

Mir geht es darum, dass du selbst etwas tun kannst.

Dass du nicht immer nur darauf wartest, bis jemand anderes etwas für dich verändert.

Sondern dass du deinen Körper besser kennenlernst und herausfindest, welche Unterstützung dir im Alltag guttut.

Mein Onlinekurs „Kopfschmerz ade“

Aus meiner Erfahrung mit Körperarbeit ist mein Kurs „Kopfschmerz ade“ entstanden.

Darin zeige ich dir in zwölf Videos verschiedene körperorientierte Übungen, mit denen du dich bewusster mit deinem Körper beschäftigen und Möglichkeiten zur Entspannung kennenlernen kannst.

Du kannst die Übungen in deinem eigenen Tempo ausprobieren und diejenigen auswählen, die sich für dich angenehm und hilfreich anfühlen.

Du brauchst dafür keine Vorkenntnisse.

Mein Wunsch ist, dass du dich deinem Körper wieder zuwendest, anstatt ihn nur dann wahrzunehmen, wenn etwas weh tut.

Hier findest du meinen Onlinekurs „Kopfschmerz ade“.

Wann Kopfschmerzen ärztlich abgeklärt werden sollten

Wiederkehrende oder zunehmende Kopfschmerzen sollten medizinisch abgeklärt werden. Insbesondere dann, wenn du regelmäßig Schmerzmittel benötigst.

Bei plötzlich einsetzenden, extrem starken Kopfschmerzen, neurologischen Ausfällen wie Lähmungen oder Sprachstörungen oder Fieber mit Nackensteife ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich.

Auch nach Kopfverletzungen oder bei einer deutlichen Veränderung deiner bisherigen Kopfschmerzen ist eine ärztliche Beurteilung wichtig.

Wenn du Medikamente sehr häufig einnimmst, besprich eine mögliche Reduktion oder Umstellung mit medizinischem Fachpersonal. Bestimmte Präparate dürfen nicht ohne ärztliche Begleitung abrupt abgesetzt werden.

Fazit: Dein Körper verdient Aufmerksamkeit

Ich finde, wir haben uns viel zu sehr daran gewöhnt, dass unser Körper möglichst reibungslos funktionieren soll.

Und wenn er das nicht tut, möchten wir die Beschwerden möglichst schnell beseitigen.

Dabei kann es so wertvoll sein, wieder mehr Verbindung zum eigenen Körper aufzubauen.

Nicht jeder Kopfschmerz lässt sich durch Entspannung oder Veränderungen im Alltag verhindern. Und natürlich gibt es Situationen, in denen Medikamente notwendig und sinnvoll sind.

Aber vielleicht kannst du neben der medizinischen Behandlung auch neue Wege entdecken, bewusster mit dir selbst umzugehen.

Dein Körper ist nicht nur etwas, das funktionieren muss. Er ist ein Teil von dir, dem du Aufmerksamkeit schenken darfst.

Wenn du Lust hast, verschiedene körperorientierte Übungen kennenzulernen, findest du sie in meinem Kurs „Kopfschmerz ade“.

Die Erklärung zum Medikamentenübergebrauch entspricht den Diagnosekriterien der International Headache Society und den NICE-Empfehlungen.

 

 

POST VON DIANA

Gedanken, die etwas bewegen

Körperweisheiten, neue Perspektiven und persönliche Erfahrungen rund um Körper, Gefühle und ein selbstbestimmtes Leben.

Ab und zu schicke ich dir Inspirationen, praktische Impulse und Neuigkeiten zu meinen Büchern, Kursen und Angeboten direkt in dein Postfach.

Mit deiner Anmeldung erhältst du meinen Newsletter mit Impulsen, Informationen und Angeboten. Du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Weitere Informationen findest du in meiner Datenschutzerklärung.